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AnwaltsNewsletter 06 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Christian Schmid   
Montag, den 29. März 2010 um 15:39 Uhr

Wer erbt den "Online-Nachlass"?

Nahezu jeder potentielle Erblasser besitzt heute Zugänge zu einem oder mehreren Onlinediensten, wie zum Beispiel facebook, XING oder Skype. In derartigen "digitalen Nachlässen" finden sich oftmals wichtige Informationen für Hinterbliebene, aber auch Daten, deren weitere Veröffentlichung nicht gewünscht wird, wie zum Beispiel Fotos.



Grundsätzlich haben die Erben das Recht, auf derartige Daten zuzugreifen und das Speichermedien des Verstorbenen und dessen Daten einzusehen. Sie sind auch berechtigt, zu entscheiden, was mit diesen Daten passiert. So können Sie zum Beispiel bei den Betreibern, nach einer entsprechenden Legitimation, zum Beispiel durch Vorlage des Erbscheins oder einer entsprechenden notariellen Urkunde, neue Passwörter anfordern um so auf die Daten zugreifen zu können.

Profile bei Online-Netzwerken werden nach dem Tod eines Mitglieds nicht automatisch gelöscht. Hier müssen die Erben von sich aus tätig werden und veranlassen, was (am Besten vom Erblasser) gewünscht ist.

Auch ein Erblasser sollte, um Probleme zu vermeiden, bestimmen, wie und wer Zugriff auf seine Daten erhält, welche gelöscht werden sollen und welche nicht. Dies sollte durch eine testamentarische Verfügung oder einer entsprechenden Ergänzung desselben, erfolgen. Benutzernamen, Passwörter und sonstige Zugangsdaten können zwar, zusammen mit einem Testament oder Erbvertrag, auch bei einem Notar oder dem Amtsgericht hinterlegt werden, dies führt jedoch in der Praxis oftmals zu Problemen, insbesondere wenn derartige Passwörter regelmäßig gewechselt werden. Bei entsprechenden Onlinediensten, sie anbieten, derartige Passwörter und Dokumente zu speichern, sollte man Vorsicht walten lassen und sich genau überlegen, ob man diesem Anbieter tatsächlich vertraut.

 

Wichtig ist vor allem, wie so oft im Erbrecht, sich überhaupt über diese Fragen Gedanken zu machen und Regelungen zu treffen.